So unterschiedlich wirken nachhaltige Investitionen!

Nachhaltig investieren lohnt sich für die Umwelt genauso wie für Anlegerinnen und Anleger. Allerdings ist die Angebotsvielfalt groß und eine Auswahl oft nicht einfach. Denn nachhaltige Finanzprodukte erzielen ihre Wirkung ganz unterschiedlich. Wer mehr darüber weiß, trifft die besseren Anlageentscheidungen und stellt im nächsten Finanz-Beratungsgespräch die richtigen Fragen.

Für welche nachhaltige Anlageform soll man sich entscheiden: Aktien, Fonds, Unternehmensanleihen oder Infrastruktur und Sachwerte wie Solarparks? Eindeutige Antwort: Es kommt darauf an – und zwar darauf, was man wie erreichen will. Grundsätzlich nehmen Finanzprodukte der so genannten „liquiden Märkte“ (Aktien, Fonds, Unternehmensanleihen etc.) auf andere Art und Weise Einfluss auf Nachhaltigkeit, wie Anlagen in „illiquide Märkte“ (Sachwerte und Infrastruktur). Auch wenn alle nachhaltigen Finanzprodukte eine Nachhaltigkeitswirkung erzielen, so variiert das Ausmaß dieser Wirkung je nach Finanzprodukt, Investitionsstrategie und Märkten.

Aktien & Co. beeinflussen den Unternehmenskurs

Finanzprodukte wie Aktien, Fonds und Unternehmensanleihen können Einfluss auf den nachhaltigen Unternehmenskurs von Unternehmen nehmen. Der Fachbegriff dafür lautet „Engagement“ bzw. „aktives“ Aktionärstum“. Nachhaltige Fonds und deren Verwalter erhalten Stimmrecht auf Hauptversammlungen oder bekommen Zugang zum Management eines Unternehmens. Auf diese Weise können sie Themen der Nachhaltigkeit beim Management platzieren – und mutmaßlich auch befördern. Fondsanbieter sind dabei zur Veröffentlichung einer Mitwirkungspolitik verpflichtet. Anleger können somit vor einer Investitionsentscheidung einsehen, welchen Stil der Stimmrechtsausübung der jeweilige Fondsanbieter verfolgt.

Taxonomiequote: Entscheidungshilfe für Anleger und Berater

Wie nachhaltig Unternehmen wirtschaften, zeigt die EU-Taxonomieverordnung. Diese legt europaweit fest, welche Wirtschaftsaktivitäten als ökologisch nachhaltig anzusehen sind. Hierzu gibt es Taxonomiequoten, die den Anteil an Geschäftsaktivitäten großer Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden in Bezug auf die in der Taxonomie definierten Umweltziele wie beispielsweise „Klimaschutz“ und „Anpassung an den Klimawandel“ messen. Die Quoten tragen auch dazu bei, das Potential nachhaltiger Wirkung von Finanzprodukten transparent zu machen und dienen als Entscheidungshilfe für Anlageberater und Investoren auf der Suche nach einer passenden nachhaltigen Investition: Im Beratungsgespräch können Anleger einen Mindestanteil taxonomiekonformer Geschäftsaktivitäten festlegen, die ihr gewünschtes Investmentprodukt investieren soll.

Investitionen in Sachwerte wirken direkt nachhaltig

Hinsichtlich Taxonomie rangieren Investitionen in Sachwerte wie Solarparks in der Regel deutlich vor Aktien, Fonds und Unternehmensanleihen. Man spricht dabei auch von einer hohen Taxonomie-Konformitätsquote. Und genau darin liegt einer der Vorteile von Finanzprodukten, die in illiquide Märkte investieren. Vermögensanlagen in Sachwerte wie Solarparks erzielen eine direkte Investitions-Wirkung über ein nachhaltiges Projekt bzw. in ein Unternehmen, das das Kapital unmittelbar in die Realisierung nachhaltiger Infrastruktur einfließen lässt. Kann man bei liquiden Finanzprodukten also von einer indirekten Erzielung nachhaltiger Wirkung über die Ausübung von Stimmrechten sprechen, lässt sich mit Investitionen in Sachwerte und Infrastruktur eine direkte Nachhaltigkeitswirkung durch Erreichung der Taxonomie-Umweltziele erzielen.

Fazit: Gut beraten sind Anlegerinnen und Anleger, sich im nächsten Beratungsgespräch zu grünen Investitionen, nach der Art der nachhaltigen Anlageform zu erkundigen. Wird in liquide oder illiquide Märkte investiert? Wie hoch sind die Taxonomiequoten der investierten Unternehmen und Anlagen? Und welche Anlagemöglichkeiten in Sachwerte und Infrastruktur gibt es? Je nachdem, wie sich Angebote zur nachhaltigen Vermögensanlage gestalten, können Investoren darüber entscheiden, ob sie vorzugsweise auf die Transformation bestehender Unternehmen durch Stimmrechtsausübung einwirken wollen oder eine Investition direkt in nachhaltige Projekte im Sinne der Taxonomie-Umweltziele bevorzugen.

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