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EXXEC-Umfrage: das sind die Präfe­renzen insti­tu­tio­neller Anleger

29. März 2022

Die Hamburger Zeitung EXXEC­NEWS INSTI­TU­TIONAL inter­viewt Philipp Andrews, Senior Director für Insti­tu­tio­nelle Kunden bei hep, zu den Ergeb­nissen einer Befra­gung bei 103 deut­schen Institutionellen.

Solarenergie: Leidet die Rentabilität?

EXXEC­NEWS: Wir haben im Februar insti­tu­tio­nelle Kapi­tal­an­leger zu ihren Invest­ments und ihren Invest­ment­plänen im Bereich erneu­er­bare Energie befragt. In Summe deckt die Umfrage Kapi­tal­an­lage mit einem Volumen von 340 Milli­arden Euro ab. Knapp 60 Prozent der Anleger gaben an, dass Sie bereits direkt in einzelne Anlagen und Parks inves­tiert sind. Über­rascht Sie diese hohe Zahl?

Philipp Andrews: Histo­risch gesehen nicht, doch die Struk­turen befinden sich im Umbruch. Erneu­er­bare Ener­gie­an­lagen sind präde­sti­niert für Direkt­in­vest­ments. Denn einmal errichtet, ist ein Solar­park relativ wartungsarm. Das hat bereits vor 10 bis 15 Jahren für direkte Inves­ti­tionen gespro­chen. Auch besaßen die damals errich­teten Anlagen über­schau­bare Dimen­sionen. Derzeit ändert sich das und damit auch das Verhalten der Inves­toren. Anlagen werden größer. Mit Leis­tungen von 100 Mega­watt und mehr sind Projekte bereits auf Grund des Kapi­tal­ein­satzes für die meisten Anleger nicht mehr als Direkt­in­vest­ment darstellbar.

EXXEC­NEWS: Die über­wäl­ti­gende Mehr­heit der Anleger hält Photo­vol­taik für die perspek­ti­visch attrak­tivste Ener­gie­quelle. Wie beur­teilen Sie diese Einschätzung?

Philipp Andrews: Nicht nur perspek­ti­visch! Solar­energie ist heute schon die wich­tigste rege­ne­ra­tive Ener­gie­quelle. Die Geste­hungs­kosten sind mit Abstand am geringsten, die Kosten­ef­fi­zienz ist ausge­zeichnet. Solar­energie ist schnell und flexibel einsetzbar und die Technik besitzt eine hohe Lebens­dauer. Die älteste arbei­tende Photo­vol­taik-Anlage Deutsch­lands läuft seit 40 Jahren. Die Module auf dem Dach des Ener­gie­la­bors der Univer­sität Olden­burg sind sogar schon 46 Jahren alt. Ihre Nenn­leis­tung betrug 1976 immerhin 10,3 Watt und hat bis heute kaum an Leis­tung einge­büßt. Die Solar­branche kalku­liert mit 85 Prozent der ursprüng­li­chen Leis­tung einer Anlage nach 35 Jahren Betrieb. Ein wenig Wartung, regel­mäßig Wech­sel­richter austau­schen und Anleger haben lange Zeit viel Freude an ihrem Invest­ment. Die Über­le­gen­heit von Solar­energie haben wir von hep sehr früh gesehen. Denn die Fakten aus Technik und Anwend­bar­keit spre­chen für sich. Daher richten wir unseren Fokus voll und ganz auf den Ausbau von Photo­vol­taik. Heute und in Zukunft.

EXXEC­NEWS: In der Befra­gung gaben knapp 60 Prozent der Inves­toren an, dass Sie die Emer­ging Markets für perspek­ti­visch am inter­es­san­testen halten. Mit knapp 44 Prozent folgt Nord­ame­rika. Würden Sie einem Investor ein Invest­ment in den Emer­ging Markets empfehlen?

Philipp Andrews: In unseren Augen sind die Emer­ging Markets sehr inter­es­sant. Wird der Ausbau von Solar­energie hier forciert, besitzen Anleger einen enormen Hebel – insbe­son­dere vor dem Hinter­grund von Impact Invest­ments. Wir selbst fördern ein Bildungs­pro­jekt in Burkina Faso – ausge­stattet natür­lich mit einer PV-Anlage –, das für uns jedoch nicht in erster Linie Invest ist, sondern vor allem auch ein Beitrag unserer unter­neh­me­ri­schen Verant­wor­tung zur globalen Nach­hal­tig­keit auf sozialem und gesell­schaft­li­chem Gebiet. Der Nutzen, der hier mit wenig Mitteln entsteht, ist enorm. 

Und dennoch darf ein Investor die Länder­ri­siken nicht außer Acht lassen. Wir sehen Emer­ging Markets daher als ergän­zende Anlage. Es muss ja nicht zwin­gend ein Eigen­ka­pi­tal­in­vest­ment sein.

Der für Insti­tu­tio­nelle span­nendste Markt ist Nord­ame­rika. In den USA und in Kanada beob­achten wir eine Dynamik, wie man sie sie sonst nur von China oder Indien kennt. Der große Vorteil der USA ist die relativ unkom­pli­zierte Verfüg­bar­keit von großen zusam­men­hän­genden Flächen. Auf der Höhe von Nord­afrika gelegen, besitzt der Süden sehr starke Einstrah­lungs­werte. Hinzu kommt: Die USA bewegen sich, was künf­tige Einnahmen aus der Strom­pro­duk­tion angeht, derzeit noch am unteren Ende der Skala. Während in Deutsch­land Unter­nehmen Strom für rund 28 ct die kWh kaufen, liegen die USA bei circa 14 ct pro kWh. Da gibt es noch viel Luft nach oben und große Chancen für Anleger. Dieses Poten­zial haben wir früh erkannt und uns rund 5 GWp an Projekten gesi­chert, die sich in unter­schied­li­chen Stadien befinden. Das ist ein echter Vorteil für uns und unsere Inves­toren. Sie genießen die Sicher­heit, dass wir ihr Kapital auch abrufen können.

EXXEC­NEWS: Auch wenn rund drei Viertel aller befragten Anleger angaben, in diesem Jahr in erneu­er­bare Energie zu inves­tieren, so sehen doch gerade die regu­lierten Anleger die Anla­ge­grenzen als eine der größten Heraus­for­de­rungen an. Muss die Branche hier reagieren?

Philipp Andrews: Unbe­dingt! Das gilt nicht nur für erneu­er­bare Ener­gien. Kaum ein regu­lierter Anleger besitzt heute noch Bein­frei­heit. Die lange Nied­rig­zins­phase hat Inves­toren in riskan­tere Anla­ge­klassen getrieben: Immo­bi­lien, Private Equity, Private Debt und gelis­tete Aktien oder Anleihen mit entspre­chenden Kredit­ri­siken. Das sind mit Ausnahme der Immo­bi­lien alle­samt Anlagen, die Inves­toren bei Solvency I mit einer 35-prozen­tigen Risi­ko­ka­pi­tal­an­lage-Quote belasten und bei Solvency II sehr viel Solvenz­ka­pital von Anle­gern binden. Die Risi­ko­ka­pi­tal­an­lage ist voll, genau wie die Immo­bi­li­en­quote. Eine Re-Allo­ka­tion ist nicht ohne weiteres möglich: Alter­na­tive Assets verfügen über größ­ten­teils geringe Fungi­bi­lität – das liegt in der Natur der Sache. Die einzigen Anlagen, die Inves­toren umschichten können, sind Aktien.

Doch es gibt noch eine andere, in unseren Augen attrak­ti­vere Alter­na­tive: hep ermög­licht gemeinsam mit einer renom­mierten Kanzlei den Zugang zum aktuell in der Zeich­nung befind­li­chen Fonds mittelbar über eine Anleihe. Diese erhält eine Notiz an einem gere­gelten Markt, zählt somit nicht zu den Risi­ko­ka­pi­tal­an­lagen und wird den Schuld­ver­schrei­bungen zuge­ordnet. Auch für Solvency II-Anleger kann diese Art der Betei­li­gung Solvenz­ka­pital sparen. Sehr gute Aussichten für Anleger also, um ihren Teil zur Ener­gie­wende beizutragen.

Heute und in Zukunft sehen wir bei hep uns und unsere Inves­toren hervor­ra­gend posi­tio­niert. Dafür haben wir uns seit 2008 stra­te­gisch exzel­lent aufge­stellt: Rund die Hälfte unserer 180 Mitar­beiter arbeitet in den Inves­ti­ti­ons­län­dern vor Ort in Toch­ter­un­ter­nehmen und Nieder­las­sungen. So sind wir für Anleger immer extrem nah am Asset.