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Erneu­er­bare Ener­gien zeigen sich in der Infla­ti­ons­krise stark

17. März 2022

Die Inves­ti­ti­ons­al­ter­na­tiven für Anleger, ob privat oder insti­tu­tio­nell, reiben sich zwischen stei­genden Verbrau­cher­preisen, nega­tivem Real­zins und rasant anstei­genden Ener­gie­kosten auf. Viele Inves­toren fragen sich: Welche Wege gibt es in der Krise aus der Krise? Aussichts­reiche Perspek­tiven bietet die starke Vorwärts­be­we­gung der erneu­er­baren Ener­gien, insbe­son­dere der Photo­vol­taik, in Verbin­dung mit Sachwertanlagen.

Solarenergie: Leidet die Rentabilität?

Jahre­lang war Infla­tion kaum ein Thema. Seit einem auf 2 Prozent erhöhten Ausschlag im Jahr 2012, hat sie sich erst wieder Corona bedingt über den Bereich zwischen 0,5 und 1,8 Prozent bewegt. In der Pandemie ging der Verbrau­cher­preis­index (VPI) dann steil nach oben. Im Februar 2022 lag er bei 5,1 Prozent. Zunächst eine leichte Verbes­se­rung zu den 5,3 Prozent aus dem Dezember 2021 – dem Spit­zen­wert seit fast 30 Jahren. Doch die Verbrau­cher­preise steigen weiter: im Februar um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Darin einge­preist sind noch nicht die Auswir­kungen der Ukraine-Krise. Laut Statis­ti­schem Bundesamt wird sich so schnell nichts ändern. Denn einer der Treiber sind die seit Jahren stei­genden Energiepreise.

Ener­gie­preise heizen Infla­tions-Rallye an

Während sich die Preise für Waren von Januar 2021 bis Januar 2022 um 7,2 Prozent erhöhten, legten die Preise für Energie um 20,5 Prozent zu. Auch hier sind die nega­tiven Effekte des Ukraine-Konflikts noch nicht berück­sich­tigt. Betrachtet man einzelne Werte, wird das Ausmaß der Teue­rungen noch deut­li­cher: Bei den Haus­halts­ener­gie­pro­dukten verteu­erten sich leichtes Heizöl im oben genannten Zeit­raum um 51,9 Prozent, Erdgas durch­schnitt­lich um 32,2 Prozent und Strom um 11,1 Prozent. Zu den Ursa­chen zählen neben den krisen­be­dingten Einflüssen auch die von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne Kohlen­di­oxid erhöhte CO2-Abgabe. Hinzu kommen gestie­gene Netz­ent­gelte beim Strom. Nur marginal dämpfen konnte den Preis­an­stieg die von 6,5 Cent auf 3,7 Cent pro Kilo­watt­stunde gesun­kene EEG-Umlage. Weiter in die Höhe treibt die inter­na­tio­nalen Ener­gie­preise die Gasknapp­heit in Asien, so dass Strom­ver­sorger auf Heizöl zur Strom­pro­duk­tion zurück­greifen, was wiederum die Rohöl­preise weiter pusht.

Ener­gie­wende und Gesamt­kosten der Energieerzeugung

Die Ener­gie­wende und damit die lang­fris­tige Abkehr von konven­tio­nellen Ener­gie­trä­gern geht auf den Beschluss der rot-grünen Bundes­re­gie­rung von 2002 zurück. Das EEG-Gesetz schafft seither finan­zi­elle Anreize für den Umstieg auf erneu­er­bare Ener­gien. Dies belastet zwar kurz­fristig die Ener­gie­preise, entlastet sie jedoch lang­fristig. Der Grund: Im Voll­kos­ten­ver­gleich sind inzwi­schen erneu­er­bare Ener­gien güns­tiger als fossile Ener­gie­träger. Eine Analyse des Forums für Ökolo­gisch-Soziale Markt­wirt­schaft (FÖS) kommt zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2020 die Voll­kosten für eine Kilo­watt­stunde aus erneu­er­baren Ener­gien nur mit 9,7 Cent zu Buche schlagen und somit jede zusätz­liche Kilo­watt­stunde Strom aus erneu­er­baren Ener­gien im Vergleich zu Strom aus konven­tio­nellen Quellen der Gesell­schaft bis zu 9,7 Cent einsparte. Im Vergleich aller Kosten­fak­toren der Ener­gie­ge­win­nung beläuft sich eine Kilo­watt­stunde, gewonnen aus Kohle- und Gaskraft­werken, im Durch­schnitt auf 17,2 Cent. Schwer wiegen dabei die Folge­kosten für nega­tive Auswir­kungen auf Umwelt, Gesund­heit und Klima. Das Fazit: Die lang­fris­tigen Spar­ef­fekte wachsen an, je mehr grüner Strom erzeugt wird.

Photo­vol­taik wächst und Ener­gie­kon­zerne wandeln sich 

Wind­energie und Photo­vol­taik legen die Basis für die Ener­gie­ver­sor­gung der Zukunft.

Das betont das Bundes­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Klima­schutz. Strom aus erneu­er­baren Ener­gien nennt es als die zukünftig wich­tigste Ener­gie­form in einem treib­haus­gas­neu­tralen Ener­gie­system. Insbe­son­dere Solar­strom spielt dabei eine entschei­dende Rolle mit beacht­li­chen Wachs­tums­raten. Dem Umwelt­bun­desamt zufolge stieg die Leis­tung neu instal­lierter Photo­vol­taik-Anlagen von 4.807 Mega­watt in 2020 auf 5.007 Mega­watt in 2021. Die insge­samt instal­lierte Photo­vol­taik-Leis­tung hat sich von 40.700 Mega­watt 2016 bis auf 58.700 Mega­watt 2020 um 44 Prozent erhöht. Wie weit die Ener­gie­wende bereits auch in Energie- und Mine­ral­öl­kon­zernen ange­kommen ist, zeigen die Beispiele von Orsted, RWE, BP und Shell.

Der Ener­gie­pro­du­zent Ørsted, ehemals Dong Energy, hat sich inner­halb von nur zehn Jahren von einem der größten CO2-Emit­tenten in Däne­mark zum Welt­markt­führer für die Planung und den Betrieb von Offshore-Wind­parks gewan­delt und dabei gleich seinen Namen geän­dert. RWE drückt bei der Erwei­te­rung seiner Strom­ge­win­nung aus rege­ne­ra­tiven Quellen aufs Tempo und will bis 2030 insge­samt 50 Mrd. Euro inves­tieren. Das Unter­nehmen beab­sich­tigt, die Gesamt­leis­tung an Ökostrom um jähr­lich 2,5 Giga­watt zu stei­gern. Der Mine­ral­öl­kon­zern BP verfolgt das Ziel, seine Öl- und Gaspro­duk­tion bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent herun­ter­zu­fahren und sein Geschäft mit nach­haltig gewon­nenen Ener­gien zu erwei­tern. Klima­neu­tra­lität bis 2050 strebt Shell an und will dafür seine Ölpro­duk­tion im Jahr um durch­schnitt­lich ein bis zwei Prozent senken.

Inves­ti­tion in Sach­werte für erneu­er­bare Energien 

Was bedeutet das Zusam­men­spiel aus hoher Infla­tion, nega­tiver Real­ver­zin­sung und dem Wachstum erneu­er­barer Ener­gien für Anleger? Eine Anlage-Lösung, die Infla­ti­ons­ri­siken glättet, sind Inves­ti­tionen in Sach­werte. Die Cash Flows von vielen Sach­werten sind an die Infla­tion gekop­pelt, u.a. über Index­mieten von Häusern, Roh‑, Hilfs- und Betriebs­stoffe von Unter­nehmen, daran parti­zi­pieren Anleger. Noch erfolg­ver­spre­chender ist die Kopp­lung des Wachs­tums­po­ten­zials der Ener­gie­er­zeu­gung aus erneu­er­baren Ener­gie­quellen mit der Stabi­lität von Sach­werten, etwa durch Alter­na­tive Invest­ment­fonds mit Fokus auf Solar-Sachwerte.

Ein Beispiel dafür ist die seit einein­halb Jahr­zehnten im inter­na­tio­nalen Markt bestehende ganz­heit­liche Stra­tegie von hep, die Entwick­lung, Bau und Betrieb von Photo­vol­ta­ik­an­lagen mitein­ander verbindet. Anleger inves­tieren dabei in einen plan­baren Wachs­tums­markt mit einer dyna­mi­schen Entwick­lung nach oben. Dem Rene­wable Global Status Report zufolge ist die Photo­vol­taik die wett­be­werbs­fä­higste Form der Strom­erzeu­gung, sowohl für Privat­haus­halte als auch für die kommer­zi­elle Ener­gie­ge­win­nung. Sonnige Aussichten also für Anleger, auch in turbu­lenten Zeiten.

Quellen: Statis­ti­sches Bundesamt, Umwelt­bun­desamt, Rene­wable Global Status Report, Handels­blatt, Deut­sche Welle,
Solar­server, Stif­tung Waren­test, Bundes­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Klimaschutz.